Mobilitätsstation

Mobilitätsstation

Kurzbeschreibung

In einer Mobilitätsstation werden verschiedene Fahrzeugtypen zur Ausleihe angeboten und befinden sich meist an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen. Angeboten werden zumeist E-Bikes, Lastenrädern oder E-Pkw. Der Unterschied zu einer klassischen Fahrzeugvermietung ist die Möglichkeit des Nutzers das Fahrzeug einfach per App reservieren, buchen und nutzen. Das Angebot richtet sich dabei an Reisende, Touristen, Pendler und Anwohner für eine intermodale Nutzung der Verkehrsmittel.

Zielgruppe(n)

Alle Anwohner*innen (oder Quartierbewohner*innen) in einer Nachbarschaft bzw. einem kleinen Umkreis um eine Station, Tourist*innen

Erfolgreiche Umsetzung des Konzepts:

Beschreibung des Problems, des Ziels und der Vision​

Insbesondere in ländlichen Räumen besteht oft ein ausgedünntes ÖPNV-Angebot von Bus und Bahn und kann häufig den täglichen Mobilitätsbedarf der Einwohner oder Besucher der Region (Touristen, Geschäftsreisende) nicht abdecken. So ist der Fahrplan meist für Schüler angelegt und meist fehlen schneller Anschlussfahrten. Dadurch wird der eigene PKW alternativlos für nahezu alle Wege. Pendler benötigen zudem oft einen Zweit- oder Dritt-Pkw. Kinder und Jugendliche können sich nicht unabhängig vom Elternhaus fortbewegen. Die KFZ-Verkehrsdichte beim MIV nimmt stetig zu und führt periodisch zur Überlastung der Straßeninfrastruktur. Ziel sollte es deshalb sein, den Lückenschluss und die intermodale Nutzung von Verkehrsmitteln zu unterstützen und damit ländliche Räume zu erschließen. Durch effiziente Fortbewegungsmittel attraktive Alternativen zum individuellen Besitz von Fahrzeugen schaffen (Sharing). Mobilität anbieten, die individuell gestaltbar und stressfrei ist und damit einfach Spaß macht!

Weitere Informationen zum Konzept finden sich hier auf der Seite Mobilikon, sowie auf der Seite Zukunft Mobilität und beim Landratsamt Fürstenfeldbruck.

Geeigneter Kontext und wichtige Voraussetzungen

Mobilitätsstationen benötigen als Standort attraktive Verkehrsknotenpunkte, die zum ein- und aussteigen sowie Umstieg in andere Verkehrsmittel animieren. Vorhandene Mobilitätsangebote vor Ort sollten deshalb hinsichtlich ihrer Angebote analysiert und bezüglich der Vertaktung untereinander bewertet werden. Für den Nutzer muss als Alternative zum eigenen Pkw ein schnelles, unkompliziertes und praktisches Gesamtmobilitätsangebot entstehen, das eine intermodale Nutzung verschiedener Verkehrsmittel attraktiv erscheinen lässt. Dabei spielen einfachste Handhabung, Verlässlichkeit und geringe Aufwandskosten zu den entscheidenden Kriterien. Die Station mit ihren Angeboten selbst, sollte ein modular skalierbares Systemkonzept abbilden, um an verschiedene Orte mit verschiedenen Bedarfen übertragbar und miteinander vernetzbar zu sein. Ein hoher Automatisierungsgrad vor Ort und bei der Nutzung (z.B. App-Nutzung) ermöglicht den personellen Aufwand zum Betrieb gering zu halten.

Risiken

Den Kommunen und den Verkehrsbetrieben des ÖPNV fehlen oft die Ressourcen, um innovative neue Konzepte zu initiieren und zu erproben. Die anfänglich hohen Investitionskosten in die Stationen und deren Ausstattung kann nur nach und nach durch die zunehmende Nutzung der Angebote und einer attraktiven Tarifgestaltung refinanziert werden. Als zusätzliche Kosten stehen dann noch der Betrieb und die Wartung dagegen. Hier bieten automatisierte Systeme zwar Vorteile für einen minimierten Personalaufwand vor Ort, dennoch müssen die angebotenen Fahrzeuge vor allem für die Nutzer attraktiv bleiben (Sauberkeit, Funktionsfähigkeit) und immer den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und verkehrssicher sein.

Finanzierung und Kooperation​

Es müssen zumeist verschiedene Ansätzekombiniert werden.
Zum einen ist der Aufbau von Partnerschaften mit Unternehmen der Region für die Nutzung und den Betrieb der Fahrzeuge relevant. Bspw. stehen diesen Hauptnutzer die Fahrzeuge zu priorisierten Nutzungszeiten zur Verfügung. Hier sind besonders Verwaltungen oder Unternehmen mit vielen Kundenfahrten interessante Partner. Hier konkurriert es jedoch mit klassischen Leasingangeboten. Daher sollten lokale Bindungen und philanthropische Motivatoren der Unternehmen eine weitere Rolle spielen.
Diese können auch für das Sponsoringangebot genutzt werden, bspw. durch Werbeflächen auf dem Fahrzeug oder der Mobilitätsstation.
Insbesondere im ländlichen Raum sind öffentliche Mittel zwingend notwendig, da hier der Nutzerkreis kleiner als im urbanen Raum ist und daher die die Refinanzierung des Angebotes länger dauert oder sich gar nicht einstellt. Da Mobilität jedoch zu einem Grundpfeiler der Daseinsvorsorge angesehen werden kann, ergeben sich hier einige Argumente für die Umsetzung solche eines Angebotes in einer Region.

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